Hörgeräte

Wie gut höre ich?

Hören ist eine ganz wesentliche Fähigkeit und Sinneserfahrung und hat im Vergleich zum Sehen eine vielfach höhere Empfindsamkeit. Immer gleichbleibend gut hören zu können, ist nicht selbstverständlich. Sie können Ihr Gehör auf die Probe stelle, wenn Sie sich folgende Fragen beantworten:
1. Haben Sie häufig den Eindruck, dass Ihre Gesprächspartner undeutlich sprechen? Müssen Sie nachfragen, um dem Gespräch folgen zu können, besonders wenn sich mehrere Personen unterhalten?
2. Überhören Sie häufig das Telefon oder die Türkglocke, wenn Sie sich in einem anderen Zimmer aufhalten?
3. Werden Sie darauf angesprochen, dass Sie Ihren Fernseher oder das Radio zu laut eingestellt haben?
4. Können Sie das Zwitschern der Vögel oder das Ticken Ihrer Armbanduhr nicht mehr wahrnehmen?
Wenn Sie die ein oder andere dieser Fragen mit „Ja“ beantworten müssen, sollten Sie Ihr Gehör von Fachleuten überprüfen lassen. Das ist der Hals-, Nasen-Ohrenarzt (HNO) oder der Hörakustiker. Selbst über das Telefon gibt es einen Service für Ihr Gehör. Die „Fördergemeinschaft Gutes Hören“ bietet zur ersten Hilfe einen Hörtest unter folgender Rufnummer an: 0800 5 32 37 54.

Hörstörungen bei Kindern
Unter circa 15 von 1000 neugeborenen Kindern fällt eine Hörminderung auf, aber auch später können z. B. durch Entzündungen Hörminderungen entstehen. Dieses Kapitel soll Eltern einen Überblick verschaffen, wie Sie diese Erkrankung erkennen und welche Möglichkeiten zur Minderung bzw. Heilung es gibt. Wichtig ist das frühzeitige Erkennen, ob ein Säugling oder Kleinkind Hördefizite aufweist. Dies ist von herausragender Bedeutung, da nach der Geburt die dem Hören dienenden Teile des Gehirns noch nicht vollständig ausgereift sind. Die Fortentwicklung, die nur in den ersten Lebensjahren besteht, wird bei einer unbehandelten Hörminderung sonst unvollständig beendet. Das Hör- und Kommunkationsverhalten eines Kindes wird also ganz entscheidend in den ersten Lebensjahren geprägt.
Bedenken Sie:
Ein ausreichendes Hörvermögen ist für Schule, Ausbildung, Beruf und Persönlichkeitsentwicklung von grosser Bedeutung. Vor diesem Hintergrund sollten Sie Sorge tragen, dass Ihr Kind ausreichend hört, um die vollständige Entwicklung des dem hören dienendem Teil des Gehirns zu gewährleisten. Haben Sie also den geringsten Verdacht, dass Ihr Kind nicht ausreichend hört, sollten Sie bitte ohne Verzögerung zu allererst einen Hals-, Nasen- und Ohrenarzt oder Pädaudiologen aufsuchen.

Welcher Hörgerätetyp darf es sein?
Das gute Stück muss zu Ihnen passen. Welches Hörgerät für Sie das beste Gerät ist, hängt von Ihrer Hörminderung, natürlich auch von Ihrer individuellen Situation, ab. Die für Ihren Typ richtige Entscheidung treffen Sie am besten gemeinsam mit uns, Ihrem Hörakustiker – wir sind Ihr Fachmann! Unterschieden werden „Hinter-dem-Ohr“ und „In-dem-Ohr“ Hörgeräte.

Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO-Geräte)


Wie der Name sagt, wird dieser Hörgerätetyp hinter dem Ohr getragen. Er hängt mit einem Winkelstück aussen über der Ohrmuschel. Der Schall wird über einen Schallschlauch in das Ohrpassstück und weiter in den Gehörgang geleitet. Im Winkelstück sitzt das Mikrofon des Hörgerätes, also oben vorn an der Ohrmuschel. Bei geringen Hörminderungen kann auf das Ohrpassstück verzichtet werden. Das ist die sogannte „offene Versorgung“.

In-dem-Ohr-Geräte (IdO-Geräte)

Diese Geräte werden vollständig in der Ohrmuschel oder im Gehörgang getragen. Damit ist die Ohrmuschel an der Schallaufnahme direkt beteiligt. Weiter unterscheidet der Hörakustiker zwischen Ohrmuschl- (Concha) und Kanalgeräten.

Concha-(Ohrschmuchel-)Geräte

Das Hörgerät füllt teilweise die Ohrschmuschel aus und ragt eine Stück in den Gehörgang hinein. An kleinen Schaltern kann noch eine manuelle Einstellung vorgenommen werden. Gehörgangsgeräte Diese Geräte sind vollständig im Gehörgang plaziert und können teilweise an einem durchsichtigen Nylonfaden herausgezogen werden. Voraussetzung: Der Gehörgang muss dafür eine Mindestgrösse haben. Es ist übrigens die kosmetisch unauffäligste Lösung, die praktisch „unsichtbar“ ist.




 
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